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i-Kfz: Alles zur internetbasierten Fahrzeugzulassung in Deutschland

i-Kfz steht für internetbasierte Fahrzeugzulassung. Seit September 2023 können Sie Ihr Auto theoretisch komplett online an-, ab- und ummelden. Theoretisch. Denn in der Praxis scheitern viele an der eID-PIN. Hier erfahren Sie, wie i-Kfz funktioniert, was Sie dafür brauchen, wo die Probleme liegen und welche Alternative es gibt.

Was ist i-Kfz?

i-Kfz ist die offizielle Abkürzung für "internetbasierte Fahrzeugzulassung". Es ist kein einzelnes Portal und keine App, sondern ein Projekt des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV), das gemeinsam mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und den kommunalen Zulassungsbehörden umgesetzt wird. Das Ziel: Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Fahrzeuge komplett online an-, ab- und ummelden können, ohne persönlich zur Zulassungsstelle zu gehen. Die Idee klingt einfach. Die Umsetzung hat über acht Jahre gedauert und ist bis heute nicht überall reibungslos. Das liegt daran, dass i-Kfz kein zentrales System ist, sondern von jeder Kommune einzeln umgesetzt wird. Es gibt kein einheitliches i-Kfz-Portal für ganz Deutschland. Stattdessen betreibt jede Zulassungsbehörde ihr eigenes Portal mit eigenem Design, eigenen technischen Lösungen und unterschiedlichem Funktionsumfang. Manche Kommunen nutzen Lösungen von IT-Dienstleistern wie der Governikus GmbH, andere setzen auf eigene Systeme. Das führt dazu, dass das Nutzererlebnis von Ort zu Ort stark variiert. Was in München reibungslos funktioniert, kann in einer kleinen Gemeinde im ländlichen Raum noch gar nicht verfügbar sein.

Die Geschichte: i-Kfz in vier Stufen

i-Kfz wurde nicht an einem Tag eingeführt, sondern schrittweise in vier Stufen über einen Zeitraum von acht Jahren ausgerollt. Jede Stufe hat den Funktionsumfang erweitert. Dieser langsame Aufbau erklärt, warum viele Bürger bis heute nicht wissen, was mit i-Kfz alles möglich ist.

StufeStartWas wurde möglich?Kontext
Stufe 1Januar 2015Ausser-Betrieb-Setzung (Abmeldung)Der einfachste Vorgang. Nur Abmeldung online, sonst nichts. Identifizierung noch mit vereinfachtem Verfahren möglich.
Stufe 2Oktober 2017Wiederzulassung auf denselben HalterWer sein eigenes Auto abgemeldet hatte, konnte es jetzt online wieder anmelden. Halterwechsel war noch nicht möglich.
Stufe 3Oktober 2019Neuzulassung und Ummeldung (eingeschränkt)Erstmals Anmeldung neuer Fahrzeuge online. Aber: viele Einschränkungen, nicht alle Kommunen haben mitgezogen.
Stufe 4September 2023Alle Zulassungsvorgänge onlineAnmeldung, Abmeldung, Ummeldung, Halterwechsel, Adressänderung. Das volle Programm. Auch für juristische Personen (Firmen).

Stufe 4 bedeutet nicht "überall verfügbar"

Obwohl Stufe 4 seit September 2023 in Kraft ist, haben nicht alle Kommunen alle Vorgänge freigeschaltet. Einige bieten online nur Abmeldung und Wiederzulassung an. Ob Ihre Kommune die volle Palette unterstützt, sehen Sie auf dem Portal Ihrer Zulassungsstelle. Es gibt dafür leider kein zentrales Verzeichnis.

Was können Sie mit i-Kfz online erledigen?

Seit i-Kfz Stufe 4 (September 2023) sind grundsätzlich alle gängigen Zulassungsvorgänge online möglich. In der Theorie. In der Praxis hängt es von Ihrer Kommune ab. Hier die vollständige Liste dessen, was i-Kfz abdecken soll:

  • Neuzulassung Ein bisher nicht zugelassenes Fahrzeug erstmals auf Ihren Namen anmelden. Das betrifft sowohl fabrikneue Fahrzeuge als auch Gebrauchtwagen, die abgemeldet waren.
  • Wiederzulassung Ein abgemeldetes Fahrzeug erneut zulassen. Dabei können Sie es auf denselben oder einen neuen Halter zulassen. Seit Stufe 4 ist auch der Halterwechsel bei der Wiederzulassung online möglich.
  • Ummeldung bei Umzug Sie sind umgezogen und müssen die Adresse in Ihren Fahrzeugpapieren ändern. Wenn Sie den Zulassungsbezirk wechseln, bekommen Sie neue Kennzeichen (es sei denn, Sie beantragen Kennzeichenmitnahme).
  • Ummeldung bei Halterwechsel Sie haben ein Fahrzeug gekauft und wollen es auf Ihren Namen umschreiben. Der häufigste Anlass: Gebrauchtwagenkauf. Der neue Halter muss sich identifizieren und eine eVB-Nummer seiner Versicherung angeben.
  • Ausser-Betrieb-Setzung (Abmeldung) Fahrzeug stilllegen und aus dem Verkehr nehmen. Der mit Abstand unkomplizierteste Vorgang. Seit 2015 online möglich und funktioniert bei den meisten Kommunen problemlos.
  • Adressänderung in den Fahrzeugpapieren Reine Adressänderung ohne Kennzeichenwechsel, zum Beispiel bei einem Umzug innerhalb desselben Zulassungsbezirks.
  • Technische Änderungen Eintragung von Umbauten oder technischen Änderungen am Fahrzeug in die Zulassungsbescheinigung. Dieser Vorgang ist allerdings noch nicht bei allen Kommunen online verfügbar.

Was brauchen Sie für i-Kfz? Die vollständige Checkliste

Um i-Kfz nutzen zu können, müssen Sie mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen. Und genau hier liegt das Problem des gesamten Systems. Denn wenn auch nur eine Voraussetzung fehlt, können Sie i-Kfz nicht nutzen. Hier ist die vollständige Liste:

  • Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID) Ihr Personalausweis muss die eID-Funktion haben. Bei Ausweisen, die seit 2017 ausgestellt wurden, ist sie standardmässig aktiviert. Bei älteren Ausweisen wurde sie oft bei der Beantragung abgewählt. Wenn Ihre eID deaktiviert ist, müssen Sie persönlich zum Bürgeramt, um sie nachträglich einschalten zu lassen. Das ist kostenlos, erfordert aber einen Termin.
  • Sechsstellige eID-PIN Bei der Ausstellung Ihres Personalausweises haben Sie (seit Februar 2025) den PIN-Brief direkt bei Ihrem Bürgeramt erhalten. Ältere Ausweise hatten den PIN-Brief separat per Post. In diesem Brief steht eine Transport-PIN, die Sie beim ersten Einsatz in eine persönliche sechsstellige PIN umwandeln. Falls Sie die PIN nie gesetzt haben, den Brief verloren haben oder die PIN vergessen haben: Sie müssen zum Bürgeramt und eine neue PIN setzen lassen. Das kann je nach Kommune Tage dauern, wenn Sie einen Termin brauchen.
  • NFC-fähiges Smartphone oder USB-Kartenlesegerät Der Personalausweis wird per NFC (kontaktlose Nahfeldkommunikation) ausgelesen. Praktisch alle Smartphones, die nach 2018 verkauft wurden, haben NFC eingebaut. Alternativ können Sie ein USB-Kartenlesegerät am Computer nutzen. Solche Geräte kosten zwischen 30 und 60 Euro.
  • AusweisApp installiert und eingerichtet Die AusweisApp ist die offizielle App des Bundes für die Online-Identifizierung. Sie müssen sie auf Ihrem Smartphone oder Computer installieren und einrichten, bevor Sie i-Kfz nutzen können. Die App ist kostenlos und verfügbar für Android, iOS, Windows und macOS.
  • Sicherheitscodes auf den Fahrzeugdokumenten Das wird oft vergessen: Auf der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) befindet sich auf der Rückseite ein verdeckter siebenstelliger Sicherheitscode. Auf der Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) gibt es einen zwölfstelligen Sicherheitscode, der unter einem grünen Aufkleber verborgen ist. Diese Codes müssen Sie freilegen (freirubbeln oder Aufkleber abziehen) und im i-Kfz-Portal eingeben. Achtung: Ältere Fahrzeugpapiere (vor ca. 2015) haben keine Sicherheitscodes. In diesem Fall können Sie i-Kfz für bestimmte Vorgänge nicht nutzen und müssen zunächst neue Dokumente bei der Zulassungsstelle beantragen.
  • eVB-Nummer Ihrer Kfz-Versicherung Für Anmeldung, Ummeldung und Halterwechsel brauchen Sie eine gültige eVB-Nummer. Die bekommen Sie kostenlos von Ihrem Versicherer. Für die reine Abmeldung ist keine eVB nötig.
  • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer Die Kfz-Steuer wird per SEPA-Lastschrift vom Hauptzollamt eingezogen. Sie müssen im i-Kfz-Portal Ihre Bankverbindung angeben und ein Lastschriftmandat erteilen.

Die eID-Hürde in Zahlen

Nur rund 14 Prozent der deutschen Bürger haben die Online-Ausweisfunktion jemals genutzt. 71 Prozent wissen zwar, dass es sie gibt, aber nur 7 Prozent setzen sie tatsächlich ein. Der häufigste Grund: "Ich weiss nicht, wofür ich sie brauche." Der zweithäufigste: "Ich habe die PIN vergessen oder nie gesetzt." Das bedeutet: Für die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist i-Kfz faktisch nicht nutzbar, obwohl es technisch existiert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So funktioniert i-Kfz

Wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen, läuft die Online-Zulassung über i-Kfz in folgenden Schritten ab. Wir nehmen als Beispiel eine Neuzulassung, weil das der häufigste und umfangreichste Vorgang ist:

1

Portal Ihrer Zulassungsstelle finden

Gehen Sie auf die Website Ihrer zuständigen Zulassungsbehörde. Suchen Sie dort nach "Online-Zulassung" oder "i-Kfz". Es gibt kein zentrales Portal für ganz Deutschland. Jede Kommune hat ihr eigenes. Tipp: Googeln Sie "i-Kfz [Ihr Landkreis]" oder "Online-Zulassung [Ihre Stadt]". Das führt meist direkt zum richtigen Portal. Alternativ finden Sie Links auf den Seiten Ihres Bundeslandes (zum Beispiel ikfz.bayern.de für Bayern).

2

Vorgang auswählen

Im Portal wählen Sie den gewünschten Vorgang: Neuzulassung, Ummeldung, Wiederzulassung, Abmeldung oder Halterwechsel. Nicht alle Portale bieten alle Vorgänge an. Wenn Ihr Vorgang nicht aufgeführt ist, müssen Sie zur Zulassungsstelle vor Ort.

3

Identifizierung mit eID

Jetzt wird die AusweisApp auf Ihrem Smartphone oder Computer aktiv. Halten Sie Ihren Personalausweis an die NFC-Schnittstelle Ihres Geräts (bei Smartphones: an die Rückseite). Geben Sie Ihre sechsstellige eID-PIN ein. Die App bestätigt Ihre Identität gegenüber dem Portal. Das funktioniert wie ein digitaler Ausweis-Check, bei dem Ihr Name, Ihre Adresse und Ihr Geburtsdatum an das Portal übertragen werden.

4

Fahrzeugdaten und Sicherheitscodes eingeben

Geben Sie die Daten Ihres Fahrzeugs ein: Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), HSN und TSN aus der Zulassungsbescheinigung Teil II. Dann die Sicherheitscodes: den siebenstelligen Code von der Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil I und den zwölfstelligen Code aus der Zulassungsbescheinigung Teil II. Falls Sie die Codes noch nicht freigelegt haben: Bei neueren Dokumenten rubbeln Sie das Feld mit einer Münze frei oder ziehen einen Aufkleber ab. Seien Sie vorsichtig, damit der Code darunter lesbar bleibt.

5

eVB-Nummer und Bankdaten eingeben

Geben Sie Ihre eVB-Nummer (siebenstelliger Code von Ihrer Kfz-Versicherung) ein. Dann Ihre Bankverbindung für das SEPA-Lastschriftmandat zur Kfz-Steuer. Bei einer Abmeldung entfallen diese Schritte.

6

Kennzeichen wählen (bei Neuzulassung)

Bei einer Neuzulassung können Sie in vielen Portalen direkt ein Wunschkennzeichen auswählen oder ein zufälliges Kennzeichen zuweisen lassen. Die Verfügbarkeit prüft das System automatisch. Manche Portale bieten auch die Möglichkeit, ein Kennzeichen aus einem anderen Zulassungsbezirk mitzunehmen.

7

Gebühren bezahlen

Die Zulassungsgebühren bezahlen Sie im Portal, meistens per Kreditkarte, Giropay oder PayPal. Die Kosten variieren je nach Vorgang: Abmeldung ca. 12 Euro, Neuzulassung ca. 27 Euro, Ummeldung ca. 20 bis 27 Euro. Das sind nur die behördlichen Gebühren, nicht die Kosten für Kennzeichenschilder.

8

Stempelplaketten und Fahrzeugschein erhalten

Nach erfolgreicher Online-Zulassung erhalten Sie per Post: neue Stempelplaketten (HU und Zulassungsplakette), die aktualisierte Zulassungsbescheinigung Teil I und, falls zutreffend, Ihr Wunschkennzeichen-Zuteilungsdokument. Das dauert in der Regel 3 bis 7 Werktage. In dieser Zeit dürfen Sie mit dem Fahrzeug noch nicht fahren (bei Neuzulassung) oder müssen die alten Plaketten weiternutzen (bei Ummeldung, falls zutreffend).

Warum viele an i-Kfz scheitern: Die häufigsten Probleme

Die Idee hinter i-Kfz ist gut. Die Umsetzung in der Praxis bringt allerdings eine Reihe von Problemen mit sich, an denen viele Nutzer scheitern. Und "scheitern" bedeutet hier: Sie brechen den Vorgang frustriert ab und fahren doch zur Zulassungsstelle oder beauftragen einen Zulassungsdienst. Hier sind die häufigsten Probleme, geordnet nach Häufigkeit:

  • eID-PIN vergessen oder nie gesetzt (Problem Nr. 1) Mit Abstand das häufigste Scheitern. Die meisten Bürger haben ihren PIN-Brief vor Jahren bekommen und ihn nie benutzt. Der Brief liegt in einer Schublade, ist beim Umzug verloren gegangen oder die Transport-PIN wurde nie in eine persönliche PIN umgewandelt. Die Lösung (zum Bürgeramt gehen und PIN neu setzen) erfordert einen Termin. In Grossstädten wie Berlin, Hamburg oder München kann die Wartezeit für einen Bürgeramtstermin Wochen betragen. Wer sein Auto jetzt zulassen will, hat diese Zeit nicht.
  • Online-Ausweisfunktion deaktiviert Wer seinen Personalausweis vor 2017 beantragt und die eID-Funktion damals abgewählt hat, kann i-Kfz nicht nutzen. Die nachträgliche Aktivierung erfordert einen persönlichen Besuch beim Bürgeramt. Bei Ausweisen, die seit 2017 ausgestellt wurden, ist die eID standardmässig aktiviert, aber auch hier kann sie nachträglich deaktiviert worden sein.
  • AusweisApp funktioniert nicht oder NFC-Probleme Die AusweisApp hat auf vielen Smartphones Kompatibilitätsprobleme. NFC-Verbindungen brechen ab, die App erkennt den Personalausweis nicht oder stürzt während der Identifizierung ab. Besonders ältere Android-Geräte und manche Huawei-Smartphones machen Schwierigkeiten. Bei iPhones funktioniert NFC in der Regel zuverlässiger, aber auch hier gibt es Berichte über Verbindungsabbrüche, wenn die Hülle zu dick ist oder der Ausweis nicht exakt positioniert wird.
  • Sicherheitscodes auf den Dokumenten fehlen oder sind beschädigt Ältere Zulassungsbescheinigungen (vor ca. 2015) haben keine Sicherheitscodes. In diesem Fall können Sie i-Kfz für Vorgänge, die diese Codes erfordern, nicht nutzen. Aber auch bei neueren Dokumenten kann es Probleme geben: Das Rubbelfeld wurde versehentlich zu stark beschädigt und der Code ist nicht mehr lesbar. Oder der Aufkleber lässt sich nicht sauber abziehen. In beiden Fällen müssen Sie neue Dokumente bei der Zulassungsstelle beantragen, was den Gang zur Behörde erfordert, den Sie eigentlich vermeiden wollten.
  • Portal der Kommune nicht verfügbar oder fehlerhaft Manche kommunalen i-Kfz-Portale sind technisch veraltet, haben Wartungsfenster zu ungünstigen Zeiten (tagsüber, wenn die Leute es nutzen wollen) oder stürzen bei hoher Auslastung ab. Fehlerhafte Eingaben führen oft zu kryptischen Fehlermeldungen ohne klare Erklärung. Ein Rücksprung zum vorherigen Schritt ist bei manchen Portalen nicht möglich, sodass der gesamte Vorgang von vorn begonnen werden muss.
  • Vorgang wird von der Kommune nicht unterstützt Obwohl Stufe 4 seit September 2023 gilt, haben nicht alle Kommunen alle Vorgänge freigeschaltet. Manche bieten nur Abmeldung und Wiederzulassung online an. Neuzulassung und Halterwechsel sind bei einigen kleineren Kommunen noch nicht verfügbar. Es gibt kein zentrales Verzeichnis, das zeigt, welche Kommune welche Vorgänge anbietet. Sie müssen das Portal Ihrer Zulassungsstelle prüfen.
  • Wartezeit auf Stempelplaketten und Dokumente Nach erfolgreicher Online-Zulassung erhalten Sie die Stempelplaketten und die aktualisierte Zulassungsbescheinigung per Post. Das dauert 3 bis 7 Werktage. In dieser Wartezeit können Sie das Fahrzeug (bei einer Neuzulassung) nicht legal bewegen. Wer sein Auto sofort braucht, muss trotz Online-Zulassung auf die Post warten.

Die i-Kfz-App und der digitale Fahrzeugschein

Seit November 2025 gibt es die offizielle i-Kfz-App des KBA. Die App ermöglicht es, den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) digital auf dem Smartphone zu speichern. Wenn Sie einen Zulassungsvorgang über ein i-Kfz-Portal abschliessen, wird am Ende ein QR-Code generiert. Mit der i-Kfz-App scannen Sie diesen Code und haben Ihren Fahrzeugschein digital auf dem Handy. Die Zahlen zeigen, dass das Interesse vorhanden ist: Bis Mai 2026 verzeichnete die App über 1,7 Millionen Downloads. Über eine Million digitale Fahrzeugscheine wurden gespeichert. Damit gehört sie zu den am meisten genutzten Verwaltungs-Apps in Deutschland. Die App wurde als erste deutsche Verwaltungs-App nach der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) zertifiziert. Seit Anfang 2026 steht die App auch für Unternehmen zur Verfügung. Fuhrparkmanager können damit die Fahrzeugscheine ihrer Firmenfahrzeuge digital verwalten. Geplant ist ausserdem die Integration des digitalen Führerscheins, voraussichtlich Ende 2026. Aber: Die App ersetzt derzeit nur den physischen Fahrzeugschein für Kontrollzwecke (Polizeikontrolle, Parkhaus, Mietwagen). Sie ersetzt nicht das Papier-Original für behördliche Vorgänge. Und die Grundvoraussetzung bleibt die gleiche: Ohne eID-PIN kommen Sie nicht in die App und können keinen digitalen Fahrzeugschein erstellen.

Digitaler Fahrzeugschein heisst nicht "kein Papier mehr"

Der digitale Fahrzeugschein in der i-Kfz-App ist ein Zusatzangebot. Er ersetzt nicht die physische Zulassungsbescheinigung Teil I. Sie sollten das Papier-Original weiterhin aufbewahren, auch wenn Sie den digitalen Fahrzeugschein nutzen.

i-Kfz ist nicht Zulio: Der wichtige Unterschied

An dieser Stelle ist eine klare Abgrenzung wichtig, weil es oft Verwechslungen gibt. i-Kfz ist das offizielle Behördensystem. Es wird von den Kommunen betrieben und setzt die eID-PIN sowie die AusweisApp voraus. Zulio ist kein i-Kfz-Portal. Zulio ist ein privater Zulassungsdienst mit einer eigenen, vom KBA zugelassenen Anbindung ans Kraftfahrt-Bundesamt. Das Ergebnis ist identisch: Ihr Fahrzeug wird offiziell zugelassen, mit Eintrag im Zentralen Fahrzeugregister (ZFAR) des KBA. Aber der Weg dorthin ist grundlegend verschieden. Bei Zulio identifizieren Sie sich per Foto Ihres Personalausweises und qualifizierter elektronischer Signatur (QES). Keine eID-PIN, kein NFC, keine AusweisApp, kein Kartenlesegerät. Und: Zulio funktioniert bundesweit gleich. Egal ob Ihre Kommune i-Kfz schon vollständig umgesetzt hat oder nicht. Der Prozess bei Zulio dauert rund 5 Minuten. Daten eingeben, Dokumente hochladen, eVB-Nummer angeben, bezahlen. Das ist der Weg für alle, die ihr Auto online zulassen wollen, aber an i-Kfz scheitern oder keine Lust haben, sich mit eID-PIN und AusweisApp herumzuschlagen.

Warum gibt es Zulio, wenn es i-Kfz gibt?

i-Kfz setzt voraus, dass Sie eID-PIN, AusweisApp und Sicherheitscodes bereit haben. 86 Prozent der Bürger haben die eID nie genutzt. Zulio schliesst diese Lücke: gleiche offizielle Zulassung, einfacherer Zugang.

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Vergleich: i-Kfz vs. Zulio vs. Zulassungsstelle vor Ort

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hier alle drei Optionen im direkten Vergleich. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

i-Kfz (Behördenportal)Zulio (Online-Dienst)Zulassungsstelle vor Ort
eID-PIN erforderlichJa, zwingendNeinNein
AusweisApp nötigJaNeinNein
Kartenlesegerät / NFC nötigJaNeinNein
Sicherheitscodes freirubbelnJaNeinNein
IdentifizierungeID (Online-Ausweis)Ausweis-Foto + qualifizierte elektronische SignaturPersonalausweis vorzeigen
VerfügbarkeitAbhängig von Ihrer KommuneBundesweit, 24/7Nur während Öffnungszeiten, oft mit Terminpflicht
Dauer des Vorgangs15 bis 30 Minuten (wenn alles klappt)Ca. 5 Minuten30 Min bis 3 Stunden (inkl. Wartezeit)
Sofort fahrbereit?Nein (Stempelplaketten per Post, 3 bis 7 Tage)Abhängig vom VorgangJa (Schilder vor Ort prägen lassen)
Behördliche GebührenCa. 12 bis 27 EuroCa. 12 bis 27 Euro (behördlich) + ServicegebührCa. 12 bis 27 Euro
Geeignet fürTechnikaffine Bürger mit eID-PINAlle, die online zulassen wollen ohne eID-HürdeAlle, die persönlich hingehen wollen oder können

Kosten bei i-Kfz: Was zahlen Sie?

Die behördlichen Gebühren bei i-Kfz sind identisch mit denen bei der Zulassungsstelle vor Ort. Es gibt keinen Aufpreis und keinen Rabatt für die Online-Nutzung. Die Gebühren variieren leicht je nach Bundesland und Vorgang:

  • Ausser-Betrieb-Setzung (Abmeldung) Ca. 12 bis 16 Euro. Der günstigste Vorgang.
  • Neuzulassung Ca. 26 bis 30 Euro. Dazu kommen Kosten für die Kennzeichenschilder (ca. 20 bis 35 Euro pro Paar) und ggf. die Reservierung eines Wunschkennzeichens (ca. 10 bis 13 Euro).
  • Ummeldung (Halterwechsel) Ca. 20 bis 27 Euro. Wenn Sie ein neues Kennzeichen brauchen, kommen Schilderkosten dazu.
  • Ummeldung (Adressänderung) Ca. 12 bis 16 Euro. Günstiger, weil kein neuer Fahrzeugschein ausgestellt werden muss, wenn Sie im selben Bezirk bleiben.
  • Wiederzulassung Ca. 23 bis 30 Euro. Wie bei der Neuzulassung, zuzüglich Kennzeichenkosten.

Bezahlung im Portal

Die meisten i-Kfz-Portale akzeptieren Kreditkarte, Giropay und teilweise PayPal. Barzahlung ist online naturgemäss nicht möglich. Prüfen Sie vorab, welche Zahlungsmethoden Ihr Portal anbietet.

Tipps: So erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen bei i-Kfz

Wenn Sie sich entschieden haben, i-Kfz zu nutzen, helfen diese Tipps, den Vorgang möglichst reibungslos zu gestalten:

  • eID-PIN vorab testen Installieren Sie die AusweisApp auf Ihrem Smartphone und testen Sie die Identifizierung, bevor Sie den i-Kfz-Vorgang starten. Die App hat eine Test-Funktion, mit der Sie prüfen können, ob Ihre eID-PIN funktioniert, ohne einen echten Vorgang auszulösen. So wissen Sie vorher, ob alles klappt.
  • Sicherheitscodes vorab freilegen Rubbeln Sie die Sicherheitscodes auf Ihren Fahrzeugdokumenten vor dem Start des Vorgangs frei. Verwenden Sie eine Münze und gehen Sie vorsichtig vor. Fotografieren Sie die freigelegten Codes mit Ihrem Smartphone, damit Sie sie griffbereit haben.
  • Alle Dokumente bereitlegen Legen Sie vor dem Start Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Personalausweis, eVB-Nummer und Bankdaten (IBAN) bereit. Nichts ist ärgerlicher, als mitten im Vorgang Dokumente suchen zu müssen.
  • Stabile Internetverbindung nutzen Vermeiden Sie mobile Daten mit schlechtem Empfang. Die NFC-Verbindung zwischen Smartphone und Ausweis ist empfindlich. Wenn gleichzeitig das Internet stockt, kann der Vorgang abbrechen.
  • Handy-Hülle entfernen Dicke Handyhüllen können die NFC-Verbindung stören. Nehmen Sie die Hülle ab, bevor Sie den Ausweis an das Smartphone halten. Positionieren Sie den Ausweis mittig an der Rückseite des Geräts und halten Sie ihn ruhig.
  • Zeitpunkt wählen Manche Portale haben Wartungsfenster oder sind zu Stosszeiten langsam. Abends oder am Wochenende läuft es oft besser als montags um 9 Uhr morgens.

Häufig gestellte Fragen

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