Was ist der Sicherheitscode und wofür brauchen Sie ihn?
Die Sicherheitscodes sind verdeckte Zeichenfolgen auf Ihren Fahrzeugpapieren und auf der Kennzeichen-Stempelplakette. Sie dienen als digitale Schlüssel für die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz). Ohne diese Codes können Sie Ihr Fahrzeug nicht über das offizielle Behördenportal online an-, ab- oder ummelden. Die Codes wurden eingeführt, um den Zulassungsvorgang sicher zu machen: Nur wer physischen Zugriff auf die Originaldokumente und das Kennzeichen hat, kann die Zulassung ändern. Das verhindert, dass jemand ein fremdes Fahrzeug online abmeldet. Die Codes sind nicht zu verwechseln mit der Druckstücknummer, die offen sichtbar auf dem Fahrzeugschein steht. Die Druckstücknummer ist eine 8-stellige Seriennummer des Formulars und hat nichts mit der Online-Zulassung zu tun. Der Sicherheitscode dagegen ist verdeckt und dient ausschließlich als Zugangsschlüssel für i-Kfz.
Welche Codes für welchen Vorgang?
Für die Online-Abmeldung brauchen Sie 2 Codes: den Code aus der ZB I (Fahrzeugschein, 7-stellig) und den Code von der Kennzeichen-Stempelplakette (3-stellig). Für die Online-Anmeldung oder Ummeldung brauchen Sie alle 3 Codes: zusätzlich den Code aus der ZB II (Fahrzeugbrief, 12-stellig).
Die drei Sicherheitscodes im Überblick
Es gibt drei verschiedene Sicherheitscodes an drei verschiedenen Stellen. Jeder hat ein anderes Format und wurde zu einem anderen Zeitpunkt eingeführt. Die folgende Tabelle zeigt alle drei auf einen Blick.
| Code | Wo genau? | Format | Eingeführt | Brauchen Sie für |
|---|---|---|---|---|
| Code 1: Fahrzeugschein (ZB I) | Rückseite, oberes Drittel, über dem Siegel der Zulassungsbehörde | 7 Stellen (Buchstaben und Ziffern gemischt) | 2015 | Abmeldung, Anmeldung, Ummeldung |
| Code 2: Fahrzeugbrief (ZB II) | Unterer Dokumentenrand, links von der Mitte | 12 Stellen: B + 10 Zeichen + Prüfziffer (Ziffer oder X) | Oktober 2017 | Anmeldung und Ummeldung (nicht für Abmeldung) |
| Code 3: Kennzeichen-Stempelplakette | Mitte der runden Siegelplakette auf dem Kennzeichen | 3 Stellen (Ziffern und/oder Buchstaben) | 2015 | Abmeldung, Anmeldung, Ummeldung |
Sicherheitscode auf dem Fahrzeugschein (ZB I): Exakte Position
Der 7-stellige Sicherheitscode der ZB I befindet sich auf der Rückseite des Fahrzeugscheins. Drehen Sie das Dokument um, sodass die Rückseite vor Ihnen liegt. Schauen Sie in das obere Drittel des Dokuments. Über dem runden Siegel der ausstellenden Zulassungsbehörde sehen Sie ein Feld mit grünem Rand. In diesem Feld ist der Code verdeckt, entweder unter einer silbernen Rubbelschicht (ähnlich einem Rubbellos) oder unter einem hellgrünen Aufkleber mit einer kleinen Anfasslasche an einer Ecke. Die Variante hängt von der Druckcharge ab. Beide kommen vor. Neben dem verdeckten Code befindet sich auf neueren ZB I (ab ca. 2019) ein QR-Code. Dieser QR-Code enthält denselben Sicherheitscode in maschinenlesbarer Form. Wenn Sie den QR-Code mit Ihrer Smartphone-Kamera oder direkt im Online-Zulassungsportal scannen, wird der Code automatisch übertragen. Das ist die sicherste Methode, weil Tippfehler und Verwechslungen (zum Beispiel 0 vs. O oder 1 vs. I) ausgeschlossen sind.
Sicherheitscode auf dem Fahrzeugbrief (ZB II): Exakte Position
Der 12-stellige Sicherheitscode der ZB II befindet sich am unteren Rand des DIN-A4-Dokuments, links von der Mitte. Legen Sie den Fahrzeugbrief mit der bedruckten Seite nach oben vor sich hin. Schauen Sie auf den unteren Rand. Dort sehen Sie ein Feld mit grünem Rand, ähnlich wie bei der ZB I. Der Code ist unter einer Schutzfolie verborgen. Das Format des Codes ist anders als bei der ZB I: Er hat 12 Stellen und beginnt immer mit dem Buchstaben B (B wie Brief). Dann folgen 10 Zeichen (Großbuchstaben A bis Z ohne Umlaute und Ziffern 0 bis 9), abgeschlossen von einer Prüfziffer, die entweder eine Ziffer (0 bis 9) oder der Buchstabe X sein kann. Ein fiktives Beispiel: B7K3M9P2R5X. Diesen Code brauchen Sie nur für die Online-Anmeldung und Online-Ummeldung. Für die reine Online-Abmeldung ist er nicht erforderlich. Wenn Ihre ZB II vor Oktober 2017 ausgestellt wurde, enthält sie keinen Sicherheitscode. In diesem Fall können Sie die Online-Anmeldung über das Behördenportal nicht nutzen. Bei der nächsten Ummeldung oder dem nächsten Halterwechsel erhalten Sie automatisch eine neue ZB II mit Code.
Sicherheitscode auf der Kennzeichen-Stempelplakette: Exakte Position
Der 3-stellige Sicherheitscode befindet sich auf der Stempelplakette, die die Zulassungsbehörde bei der Zulassung auf das Kennzeichen klebt. Diese Plakette ist der runde, farbige Aufkleber mit dem Wappen oder Logo der Behörde. Schauen Sie sich die Stempelplakette genau an: In der Mitte, unter einer Schutzschicht, verbirgt sich der 3-stellige Code. Die Plakette hat zwei Schichten. Die obere transparente Schicht müssen Sie zuerst am Rand vorsichtig lösen und abziehen. Darunter sehen Sie das Wappenfeld, das ein graues Feld mit dem Code enthält. Dieses graue Feld müssen Sie anschließend vorsichtig mit einer Münze freirubbeln, bis der 3-stellige Code lesbar wird. Wichtig: Durch das Freilegen wird die Plakette optisch entwertet. Das ist so gewollt. Nach einer Online-Abmeldung brauchen Sie bei der Wiederzulassung ohnehin neue Plaketten. Sie brauchen den Code nur von einem Kennzeichen (vorne oder hinten). In der Regel ist die Plakette auf dem hinteren Kennzeichen leichter zugänglich und besser erhalten. Prüfen Sie vor dem Freilegen, welche Plakette in besserem Zustand ist.
Vorne oder hinten: Welches Kennzeichen?
Sie brauchen den Code nur von einem der beiden Kennzeichen. Das hintere ist meist besser geschützt (weniger Steinschlag, weniger direktes Sonnenlicht). Schauen Sie sich beide Plaketten an und wählen Sie die besser erhaltene.
Sicherheitscodes richtig freilegen: Die Anleitung
Das Freilegen der Codes klingt einfach, geht aber überraschend oft schief. Zu viel Druck, das falsche Werkzeug oder Hektik führen dazu, dass der Code unleserlich wird. Hier die richtige Vorgehensweise für jede Variante.
Die fünf häufigsten Fehler beim Freilegen
1. Schlüssel statt Münze: Spitze Gegenstände zerkratzen die Zeichen. 2. Zu starker Druck: Beschädigt den Code unter der Rubbelschicht. 3. Aufkleber ruckartig abreißen: Die untere Schicht reißt mit. 4. Nasse oder fettige Finger: Verwischen die Farbe. 5. Code freilegen, ohne ihn zu brauchen: Der Code gilt danach als verbraucht, und ein neuer kommt erst mit dem nächsten Dokument.
Werkzeug: Münze verwenden, niemals Schlüssel oder Messer
Nehmen Sie eine Münze (am besten ein 1-Euro-Stück oder ein 2-Euro-Stück). Die breite, runde Kante einer Münze verteilt den Druck gleichmäßig und beschädigt den Code darunter nicht. Verwenden Sie niemals einen Schlüssel, ein Messer, eine Schere oder einen Kugelschreiber. Spitze Gegenstände konzentrieren den Druck auf einen kleinen Punkt und zerkratzen die Zeichen darunter.
Variante erkennen: Rubbelschicht oder Aufkleber?
Schauen Sie sich das grün umrandete Sicherheitsfeld genau an. Wenn es silbern und glatt aussieht (wie ein Rubbellos), ist es eine Rubbelschicht. Wenn Sie an einer Ecke eine kleine Lasche oder einen Pfeil sehen, ist es ein Aufkleber zum Abziehen.
Bei Rubbelschicht: Vorsichtig rubbeln, nicht kratzen
Halten Sie die Münze flach (nicht hochkant) und rubbeln Sie mit gleichmäßigem, leichtem Druck über die silberne Fläche. Bewegen Sie die Münze in eine Richtung, nicht wild hin und her. Rubbeln Sie nur so lange, bis die Zeichen lesbar sind. Nicht weiterrubbeln, wenn der Code schon sichtbar ist.
Bei Aufkleber: Lasche greifen und langsam abziehen
Heben Sie die Lasche mit dem Fingernagel oder einer Pinzette an. Ziehen Sie den Aufkleber langsam und gleichmäßig ab, in einem flachen Winkel. Nicht ruckartig reißen, sonst reißt die untere Schicht mit dem Code mit.
Code sofort fotografieren
Fotografieren Sie den freigelegten Code sofort mit Ihrem Smartphone. Machen Sie ein scharfes Foto bei guter Beleuchtung. So haben Sie eine Sicherungskopie, falls die Zeichen später verblassen, verschmieren oder das Dokument beschädigt wird. Speichern Sie das Foto in einer Notiz-App, nicht nur in der Galerie.
Was wenn Ihr Dokument vor 2015 ausgestellt wurde (kein Sicherheitscode)?
Die Sicherheitscodes auf der ZB I gibt es erst seit 2015. Die Codes auf der ZB II erst seit Oktober 2017. Wenn Ihr Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief vor diesen Stichtagen ausgestellt wurde, enthält er keinen Sicherheitscode. Das kommt häufig vor, besonders bei Fahrzeugen, die seit vielen Jahren auf denselben Halter zugelassen sind und nie umgemeldet wurden. Ohne Sicherheitscodes können Sie die Online-Zulassung über das offizielle i-Kfz-Behördenportal nicht nutzen. Aber es gibt Lösungen. Erstens: Bei der nächsten Ummeldung oder dem nächsten Halterwechsel erhalten Sie automatisch neue Dokumente mit Sicherheitscodes. Wenn Sie also ohnehin umziehen oder das Fahrzeug verkaufen, löst sich das Problem von selbst. Zweitens: Sie können bei der Zulassungsbehörde eine Neuausstellung der ZB I beantragen, um ein Dokument mit Code zu bekommen. Das kostet 11 bis 50 Euro, ist aber mit einem Behördenbesuch verbunden. Drittens: Bei Zulio brauchen Sie die i-Kfz-Sicherheitscodes nicht zwingend. Zulio arbeitet mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) als Identifizierungsmethode und ist nicht auf die Behörden-Codes angewiesen.
Kein Sicherheitscode? Bei Zulio kein Problem.
Zulio nutzt statt der i-Kfz-Sicherheitscodes eine qualifizierte elektronische Signatur (QES). Sie identifizieren sich per Ausweis-Foto und unterschreiben digital. So können Sie auch Fahrzeuge zulassen, deren Papiere aus der Zeit vor den Sicherheitscodes stammen. Anmeldung ab 98,75 €, Abmeldung ab 9,87 €.
Jetzt ausprobierenSicherheitscode beschädigt oder unleserlich: Was tun?
Wenn der Sicherheitscode nach dem Freilegen nicht lesbar ist (verwischt, zerkratzt, verblasst), gibt es mehrere Möglichkeiten. Probieren Sie die Optionen in dieser Reihenfolge:
QR-Code scannen (beste Option)
Auf neueren ZB I (ab ca. 2019) befindet sich neben dem Sicherheitsfeld ein QR-Code. Dieser QR-Code enthält denselben Sicherheitscode in maschinenlesbarer Form. Scannen Sie ihn mit der Smartphone-Kamera oder direkt im Online-Zulassungsportal. Diese Methode funktioniert auch, wenn die Klartextzeichen beschädigt sind, solange der QR-Code intakt ist.
Einzelne Zeichen entziffern und ausprobieren
Wenn nur ein oder zwei Zeichen schlecht lesbar sind, versuchen Sie sie aus dem Kontext zu erschließen. Häufige Verwechslungen: 0 (Null) und O (Buchstabe O), 1 (Eins) und I (Buchstabe I), 8 und B, 5 und S. Das i-Kfz-Portal zeigt bei Fehleingabe sofort eine Fehlermeldung. Probieren Sie die wahrscheinlichsten Varianten durch.
Zulio beauftragen (ohne Sicherheitscode möglich)
Wenn der Code nicht mehr lesbar ist und kein QR-Code vorhanden ist, können Sie einen Zulassungsdienst wie Zulio beauftragen. Zulio arbeitet mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) und ist nicht zwingend auf die i-Kfz-Sicherheitscodes angewiesen.
Zulassungsbehörde: Neues Dokument mit neuem Code
Als letzte Option bleibt der Gang zur Zulassungsbehörde. Dort wird eine neue ZB I mit neuem verdecktem Sicherheitscode ausgestellt. Kosten: 11 bis 50 Euro. Die alte ZB I wird eingezogen.
Die Druckstücknummer ist nicht der Sicherheitscode
Eine der häufigsten Verwechslungen: Auf der Zulassungsbescheinigung Teil 1 steht offen sichtbar eine 8-stellige Nummer, die sogenannte Druckstücknummer. Viele Fahrzeughalter halten diese Nummer fälschlicherweise für den Sicherheitscode und geben sie im Online-Zulassungsportal ein. Das führt dann zu einer Fehlermeldung und Frustration. Die Druckstücknummer ist eine Seriennummer des Formulars. Sie identifiziert das physische Blatt Papier, nicht das Fahrzeug oder den Zulassungsvorgang. Die Druckstücknummer steht offen sichtbar auf dem Dokument. Der Sicherheitscode dagegen ist verdeckt und muss erst freigelegt werden. So unterscheiden Sie die beiden: Die Druckstücknummer hat 8 Stellen und ist direkt sichtbar, ohne Rubbeln oder Abziehen. Der Sicherheitscode der ZB I hat 7 Stellen und ist unter einer Schutzschicht verborgen. Der Sicherheitscode der ZB II hat 12 Stellen und beginnt immer mit dem Buchstaben B. Wenn Sie im Online-Portal eine Fehlermeldung bekommen, obwohl Sie den Code eingegeben haben, prüfen Sie zuerst: Haben Sie den Sicherheitscode eingegeben oder versehentlich die Druckstücknummer?
Sicherheitscodes aufbewahren: Foto, Notiz oder beides?
Sobald Sie einen Sicherheitscode freigelegt haben, sollten Sie ihn sichern. Die Zeichen auf dem Dokument können mit der Zeit verblassen, durch Reibung in der Schublade unleserlich werden oder bei einer Beschädigung des Dokuments verloren gehen. Die beste Methode: Fotografieren Sie den freigelegten Code sofort mit Ihrem Smartphone. Achten Sie auf gute Beleuchtung und eine scharfe Aufnahme. Speichern Sie das Foto nicht nur in der Kamera-Galerie (die nach einem Handy-Wechsel verloren gehen kann), sondern in einer Notiz-App, in einer Cloud (Google Drive, iCloud, Dropbox) oder an beiden Orten. Zusätzlich zum Foto empfiehlt es sich, den Code als Text in eine Notiz einzutippen. So können Sie ihn später per Copy-Paste in das Online-Portal übertragen, statt ihn vom Foto abzulesen. Das minimiert Tippfehler. Ein wichtiger Hinweis: Behandeln Sie die Sicherheitscodes wie ein Passwort. Teilen Sie sie nicht öffentlich, schicken Sie sie nicht per unverschlüsselter E-Mail und posten Sie kein Foto Ihrer Fahrzeugpapiere in sozialen Medien. Mit dem Code und den Papieren könnte theoretisch jemand eine Abmeldung Ihres Fahrzeugs einleiten.
Sicherheitscodes sind wie Passwörter
Teilen Sie Ihre Sicherheitscodes nicht öffentlich. Posten Sie keine Fotos Ihrer Fahrzeugpapiere mit sichtbarem Code in sozialen Medien oder Kleinanzeigen. Mit dem Code könnte jemand Ihr Fahrzeug online abmelden.
Online-Zulassung mit Sicherheitscodes: So funktioniert es
Wenn Sie alle nötigten Sicherheitscodes haben, können Sie die Kfz-Zulassung komplett online erledigen. Seit der i-Kfz-Stufe 4 (September 2023) sind alle Vorgänge digital möglich: Abmeldung, Anmeldung, Ummeldung und Wiederzulassung. Der offizielle Weg führt über das i-Kfz-Portal Ihrer Zulassungsbehörde. Das Problem: Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt hat ein eigenes Portal. Die Bedienung ist unterschiedlich, manche Portale haben technische Probleme, und für alle brauchen Sie die eID-PIN Ihres Personalausweises. Nur etwa 39 Prozent der Bürger haben ihre eID einsatzbereit. Der PIN-Rücksetzdienst wurde eingestellt, und eine neue PIN muss persönlich im Bürgeramt beantragt werden. Die Alternative: Zulio bündelt den Prozess, arbeitet mit einer qualifizierten elektronischen Signatur statt eID, und erledigt die Zulassung in rund 5 Minuten.
Sicherheitscodes eingeben, in 5 Minuten fertig
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